Es war eine kurze Nacht und die paar Stunden auch noch schlecht geschlafen. Rein in die Klamotten, Gassi gehen, Monster füttern, Tee kochen, Reste packen, umziehen, Hunde laden und los. Zwischenstopp eingelegt, Hund gegen Frau getauscht, weil Gari will ich den Stress nicht mehr antun. Er darf einen Tag Urlaub von uns machen.
In Dortmund angekommen … und ich wusste es …, dass ich die lautesten Hunde der Ausstellung habe. Es wurde fröhlich in alle Richtungen gebellt, damit auch alle Bescheid wissen, dass wir nun da sind. Peinlich! Peinlich! Durch die Kontrolle, in die Halle 6, Sonderraum gesucht, ausgepackt und aufgebaut. Rudi geschnappt und ihm den Ring gezeigt. Er hört mir nicht zu, sondern verbellt den Hund vor ihm, zappelt nur herum und bleibt nicht stehen. Na, das soll was geben. Ok, zeige ich dir die Hallen. Überall diese Gerüche, Geräusche (oder besser Lärm) Hunde, Menschen, uiuiui! Ihm liefen die Augen über und zog von links nach schräg. Grausig!
Cheno auch mal kurz den Ring gezeigt, aber sie ist ja routiniert, obwohl auch sie etwas gestresst wirkte. Wir trinken einen Tee, schlendern zu „meinem“ Stand, decke mich dort mit Kaninchen- und Schafsohren ein, „hallo“-sagen am Catalanen-Stand. Noch einmal am Ring vorbei und schauen, wer von den 22 gemeldeten Gossis schon da ist. So viele waren noch nie dort. Wahnsinn! Die Konkurrenz wird groß und größer!
Gassi gehen, Hundis überbürsten und zum Ring. Rudi zitterte wie Espenlaub. So hab ich ihn noch nicht gesehen. Cheno hatte ganz rote Augen. Die Durchsagen waren selbst für unsere Ohren erheblich zu laut. Arme Wuffis! Cheno bellte ihren Stress heraus, während Rudi zitterte, hampelte und heulte wie ein Wolf. Er war durch nichts mehr abzulenken. Er reagierte nicht einmal auf ein Naschi oder gute Worte. Dann war er an der Reihe. Er lief ungewohnt verhalten, blieb natürlich nicht stehen. Ok, zeigen wir die Zähne halt im Sitzen, aber jetzt musst du stehen. Nö! Also hielt ich das Hinterteil hoch. Die Beine wurden abgetastet und dann war es überstanden!
Seinem Konkurrenten erging es noch schlechter, denn der hatte absolut gar keine Lust und schlüpfte schließlich aus dem Halsband und wollte nicht einmal mehr bei Frauchen sein. Nun, beide kriegten trotz allem ein „V“ – er den 1. Platz und Rudi den 2. Prima!
Cheno lief in der Ehrenklasse wie ein Döppken. Stand perfekt, war ja nicht anders zu erwarten. Sie erhielt eine super gute Beurteilung. In dieser Klasse bekommt man keine Formwertnote, sondern läuft nur mit den besten Rüden und Hündinnen aus den anderen Klassen um das BOB. Da wurde sie dann 5. Immerhin!
So, nun haben wir erst einmal Pause. Essen, trinken, Füße hochlegen und die Wuffis dösen ein wenig. Noch eine kleine Besorgung machen, ein wenig den Trick-Dogs zuschauen, wieder zurück zu den Hunden. Es wird wieder Zeit, sich fertig zu machen. Gassi gehen, überbürsten und mit 2 Monstern Richtung Vorentscheidungsring für die Paarklasse. Ich weiß nicht so recht, wie ich diese Strippchen halten soll. Meine Vorführleinen sind aus Leder und Rudi zieht wieder wie verrückt. Cheno hängt nach und Rudi will nach vorn. Autsch! Ich wickel mir die Leinenenden einfach um die Hand. So hab ich die Monster besser im Griff. Die Vorstellung beginnt.
Die Veteranen werden im Ehrenring vorgestellt und die Musik ist ohrenbetäubend laut. Rudi möchte sich am liebsten in Luft auflösen oder wahlweise durch die Wand. Cheno ist kurz davor sich zu übergeben. So aufgelöst habe ich meine Hunde noch nicht erlebt. Wir mussten so schrecklich lange bis zu unserem Einlauf warten. Dann war es so weit.
Während ein Paar einläuft und seine Runde dreht, wird die Rasse vorgestellt. Dann der nächste. Es lief eigentlich ganz gut und meine Hundis hatten sich beruhigt. Wir schlossen zu den anderen auf und stellten uns brav daneben. Ich traute meinen Ohren nicht:
Gos d’Aturo aus dem südlichen Mittelmeer und hier äußerst selten. Gott o Gott! Und dann hatten wir auch noch unsere Position direkt unter dem Lautsprecher. Klasseeeee!
Noch einmal mussten wir mit den Paaren eine gerade Strecke laufen und wieder schoss Cheno nach innen, obwohl sie außen laufen sollte. Hach, ist jetzt auch egal. Es wurden 1, 2 , 3 Paare rausgesucht, den anderen herzlichen Dank, Auslauf, Urkunde mitnehmen und tschüss!
So! Haben wir das auch mal gemacht. Beim nächsten Mal habe ich aber eine vernünftige Koppel-Vorführleine.
War ein langer Tag. Wir packen alles zusammen und düsen gen Heimat. Zwischenstopp, dieses Mal Frau gegen Hund getauscht, sämtliche Monster ne Runde toben lassen und dann ging es endgültig heim. Hundis ausladen, Auto ausräumen, Ordnung schaffen,
und an jeden Wuff ein Schafsohr verteilen – als dickes Dankeschön für tolle Hundis, die zu mir halten.
Ein stressiger Tag aber trotzdem schön, mit reichlich Erfahrung für Rudi und mich mit seinem 1. V in der Tasche. Es hat mich erstaunt, dass er doch diese Ausstellung ganz anders wahrgenommen hat als noch zuvor im Mai.
Ok, wir wissen, was wir üben müssen - nächster Übungstag wird Metz (F) am 01.11. sein. Noch einmal Jugendklasse.
