Wedel: Wettbewerb am Deich




Ausstellungen - Seminare - Termine

Wedel: Wettbewerb am Deich

Beitragvon Stefan » 11.08.2006, 19:07

Wedel -

Der Elbdeich bei Fährmannssand war gestern Zuschauertribüne für ein ungewöhnliches Spektakel. Vom Wall aus verfolgten Spaziergänger dicht gedrängt, wie speziell ausgebildete Hütehunde Gruppen von Schafen des Züchters Karl-Heinz Körner mit spielerischer Leichtigkeit durch abgestecktes Gelände dirigierten. An diesem Wettbewerb, der bereits zum zweiten Mal in Verbindung mit einem Hoffest auf Fährmannssand veranstaltet wurde, beteiligten sich 30 Schäfer und Hundeführer aus dem gesamten Bundesgebiet.

"Kliff", anderthalbjähriger Border-Collie der Schafzüchterin Nicole Onkelbach (41) aus Höxter, hat die Nase voll und anderes im Kopf, als auf die rund 20 leisen, blitzschnellen Pfeifsignale seiner Chefin zu achten. Irgendwo im Zuschauerbereich hat er eine läufige Hündin gewittert, und er ist noch zu jung, um derartigen Verlockungen des Jobs zuliebe widerstehen zu können. Weil er unaufmerksam ist, muss er zurück ins Auto, und statt seiner darf der erfahrene "Duke" die Regie übernehmen.

Onkelbach setzt für ihre Schafzucht mit derzeit rund 500 Tieren seit elf Jahren Hütehunde ein und hat bei europaweiten Vergleichswettbewerben schon Platz 20 geschafft. Macho-Gehabe müssen die Vierbeiner sich komplett abschminken. Hütehunden wird zum Beispiel ein eingezogener Schwanz anerzogen. "Wenn die mit aufgestellter Rute und wedelnd auf eine Schafherde zuliefen, würden sie die Tiere in helle Aufregung versetzen", berichtete Onkelbach.

Von größerer Bedeutung dagegen und daher ausdrücklich gewünscht ist ein intensiver Blickkontakt. Er ist entscheidend dafür, wie nahe der Hund sich an die Herde heranarbeiten muss, um das Leittier mit der Kraft seiner Augen so zu beeindrucken, dass es sich seinen Richtungsvorgaben unterordnet. Diese Distanz beim Fixieren ist bei jedem Hund und jedem "Flirt" mit Blicken unterschiedlich.

Die besten Hütehunde haben außerdem äußerst feine Ohren und können aus mehreren hundert Befehlssignalen das einzige für sie aktuell gültige heraushören. Das einschneidendste davon bedeutet "Stopp". "Dabei überschlägt sich der Hund notfalls aus vollem Lauf", erklärte Onkelbach. Was auch passiert: Ein Hütehund muss das Maul halten. Jedes Bellen ist im Wettbewerb ein ebenso tödlicher Fehler, wie es ein Biss wäre.

Am Elbdeich war es Aufgabe der Hunde, aus einer Schafherde fünf Tiere zu separieren, sie auf möglichst gerader Linie durch Tore zu treiben, den einen Teil auf einer abgesteckten Fläche zu halten und zwei Schafe vom Rest zu trennen und wieder zusammenzuführen. In ihrer eigenen Herde setzt Onkelbach die Hunde fast täglich ein, um sich das Bauen von Gattern zu ersparen und gezielt Tiere herauslösen zu können.

erschienen am 7. August 2006


Quelle: abendblatt.de



Was auch passiert: Ein Hütehund muss das Maul halten. Jedes Bellen ist im Wettbewerb ein ebenso tödlicher Fehler, wie es ein Biss wäre.


Bild

..... und ich dachte, es sei genau umgekehrt, daß die Schafe mit Gekläffe zusammengehalten werden ?

Ich sehe schon, ich hab' nicht die geringste Ahnung.
Bild
Benutzeravatar
Stefan
Administrator
Administrator
 
Beiträge: 2294
Registriert: 19.07.2006, 00:00
Wohnort: in der Pampa ;)

von Anzeige » 11.08.2006, 19:07



Anzeige
 

Beitragvon Rolf » 11.08.2006, 19:55

Nee, Bellen ist bei den und Borders nicht erwünscht. Bei den Aussies ist es in Ordnung. Beißen geht schon mal gar nicht.

Der Redakteur schrieb sinngemäß, daß die Hunde durch den Blick die Herde in Bewegung setzen sollen. Was soll das denn? Wie soll das bei Schafen gehen? Borders und Aussies nehmen eine bestimme Körperhaltung beim Hüten ein und durch annähern an das Vieh bauen sie mehr oder weniger Hütedruck auf. Dadurch setzt sich das Vieh in Bewegung.

Es gibt bei Borders und Aussies das eher seltene "heading". Das wird bei Tieren benötigt, die auf den normalen Hütedruck nicht reagieren, wie Pferde und manche Bullen. Dann wird das zu hütende Tier förmlich mit den Augen hypnotisiert. Irgendwann gelingt es dann, das angestarrte Tier in Bewegung zu setzen. Das hat sich in der Öffentlichkeit so festgesetzt, daß viele Menschen annehmen, der Aussie/Border würde alle Arbeit über Aug in Auge Kontakt durchführen.
Rolf
Foren Kaiser
Foren Kaiser
 
Beiträge: 4605
Registriert: 20.07.2006, 13:05
Wohnort: Landkreis Osnabrück

Beitragvon Rolf » 11.08.2006, 20:34

...fällt mir gerade ein. Glaube, daß Sandra (Emily) zum Wedel trial fahren wollte...
Rolf
Foren Kaiser
Foren Kaiser
 
Beiträge: 4605
Registriert: 20.07.2006, 13:05
Wohnort: Landkreis Osnabrück

Re: Wedel: Wettbewerb am Deich

Beitragvon Emily de Brie » 11.08.2006, 21:48

Broc hat geschrieben:Wedel -

Am Elbdeich war es Aufgabe der Hunde, aus einer Schafherde fünf Tiere zu separieren, ......



Und das ist auch quatsch!
Die 5er-Gruppe wurde vom Schäfer aus der Herde aussortiert, die alle in
einem engen Ferch zusammengehalten wurden. Sobald diese auf der
Koppel waren, hat des Schäfers Hund, die Herde in Richtung "Startlinie"
getrieben. Dann erst kam des Handlers Fiffi zum Einsatz.
Journalisten halt, können nicht richtig Zuhören oder bei Nichtbegreifen
wird fantasiert.


Ja Rolf, ich war als Zuschauer in Wedel. Mein Bericht ist auch schon unter
"Word" abgespeichert. Ich muss nur noch einige Fotos (von ganz vielen)
für Euch aussortieren und hochladen. Das mache ich am Wochenende.
Liebe Grüße
Sandra mit Emily und Zottel

Gibt das Leben dir Zitronen, mach Limonade draus.
(frei nach Virginia E. Wollf)
Bild
Benutzeravatar
Emily de Brie
Foren Kaiser
Foren Kaiser
 
Beiträge: 3172
Registriert: 20.07.2006, 19:38
Wohnort: bei Kiel, Schleswig-Holstein

Beitragvon Rolf » 11.08.2006, 22:30

Hey Sandra,

mir ist noch was aufgefallen. Bei den trials ist es ganz überwiegend üblich, 4 Schafe zu hüten, keinesfalls 5. Diese 4 Schafe gilt es nach dem Durchtreiben der Tore zu separieren, bevor sie eingepfercht werden sollen. Separieren erst gegen Ende des trial-Durchgangs.

Hast recht. Wenn der handler alle Schafe zum Start hüten soll und sie dann für den Lauf zu separieren, ist der outrun nicht mehr möglich. Nur der ist im trial sehr wichtig. Bei Qualifikationstrials hat der outrun besondere Bedeutung. WEnn der Hütehund den outrun abgeschlossen hat, also hinter den 4 Schafen steht, hat er 30 Sekunden Zeit, die Schafe in Bewegung zu bringen. Schafft er es nicht, winkt der an der Startlinie stehende Zeitnehmer eine rote Fahne, so daß der Richter eine Disqualifikation für diesen einen Lauf auszusprechen hat.
Rolf
Foren Kaiser
Foren Kaiser
 
Beiträge: 4605
Registriert: 20.07.2006, 13:05
Wohnort: Landkreis Osnabrück

Beitragvon Emily de Brie » 12.08.2006, 01:09

Ich war noch nicht müde und bin jetzt doch schon fertig.

Für's Wedel Trial habe ich einen separaten Thread aufgemacht.
Liebe Grüße
Sandra mit Emily und Zottel

Gibt das Leben dir Zitronen, mach Limonade draus.
(frei nach Virginia E. Wollf)
Bild
Benutzeravatar
Emily de Brie
Foren Kaiser
Foren Kaiser
 
Beiträge: 3172
Registriert: 20.07.2006, 19:38
Wohnort: bei Kiel, Schleswig-Holstein



Ähnliche Beiträge


Zurück zu Veranstaltungen

Wer ist online?

0 Mitglieder

cron