Re: Winter wirds
von Emily de Brie » 25.01.2010, 18:23
Im Nachhinein war das gar nicht so schlimm, dramatisch ist es immer nur in DEM Moment. Ärgerlich ist das allemal, aber es hätte uns echt schlimmer treffen können, mit Wand oder Fußboden aufkloppen oder so. Irina kann von Stress, Dreck und Unordnung wegen eines geplatzten Wasserhahns auch ein Lied singen, gell Irina?
Kalt- und Warmwasser gibt es wieder in der Küche, bis zum Bad ist das Warme jedoch noch nicht angekommen. Heute Nacht lassen wir alle Hähne offen, damit hier nix wieder einfriert. Ich muss mir das nicht noch einmal geben, das ich mit meinen Waschutensilien zur Arbeit gehe und mich mein erster Weg bei meinem Chef ins Gästebad führt.
Von meinem Büro brauche ich nur über den Hof zu uns rüber. Heute Mittag kommt mir Muller-Muller auf unserem Hof breit grinsend und mauzend entgegen. Wieso grinst Muller so breit und Katzen können doch sowieso nicht grinsen. Hääää, was hat sie denn? Ich Muller hinter mir her in den Hausflur gelockt, ihr Futter gegeben, sachte die Tür hinter ihr geschlossen (Muller zog am gleichen Tag aus, als Emily einzog und seitdem setzte sie keine Pfote mehr über die Türschwelle) und sie genauer angeschaut. Mein Gott, sah ihr Kinn fürchterlich aus. Alles war dick geschwollen, so angeschwollen, das ihre Unterlippe ihre restlichen Zähne nicht mehr bedeckte und der Unterkiefer frei lag und das bei der Kälte. Ich nahm ihr gleich das Futter wieder weg, ließ sie im Hausflur, rief unsere TÄ an und fuhr sofort mit Muller zu ihr. Nach genauem Abtasten und Fühlen sagte sie, das Muller keine Entzündung hat, wie von mir vermutet, sondern eine große Geschwulst von knochenähnlicher Struktur. Die Geschwulst fühlt sich sehr hart an und geht von der linken unteren Kiefernhälfte aus. Für den Fall, das sie sich doch getäuscht haben sollte, erhielt Muller ein Langzeitantibiotikum gespritzt sowie eine appetitanregende Spitze und eine gegen Schmerzen.
Muller haben wir erst einmal für die nächsten Tage unter unserer Treppe zwangseinquartiert (sie kann sich aber frei im Hausflur bewegen) und die Katzenklappe in der Wohnungstür verriegelt, damit sie von den anderen Katzen nicht belästigt oder gar verprügelt wird. Und sie scheint es tatsächlich zu genießen, nicht mehr in die Kälte zu müssen. Als ich eben nach ihr sah, war ihre Futterschüssel leer und sie lag eingekuschelt in ihrem provisorischen Schlafplatz (ich hatte vor einiger Zeit einen Kaufwahnanfall für Schaffelle).
Unsere Küche sieht schon wieder etwas aufgeräumter aus, die Küchenmöbel stehen zwar immer noch Mitten im Raum, aber laufen ja nicht weg. Dieter hat sich auch morgen noch frei genommen. Der Rest wird dann erledigt, nachdem wir vom Bungsberg zurück sind (Schlittenfahren für Stressabbau *freufreu).
Liebe Grüße
Sandra mit Emily und Zottel
Gibt das Leben dir Zitronen, mach Limonade draus.
(frei nach Virginia E. Wollf)
